Christine Spies
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‌Wie Suchmaschinen Texte verstehen – und was das mit SEO zu tun hat

‌‌31.01.2016


  • Spracherwerb der Suchmaschinen
  • ‌Sprachverständnis der gesprochenen Sprache
  • Erkenntnisse für die Optimierung von Online-Texten
  • 7 Optimierungstipps auf einen Blick

 
Das Sprachverständnis der Suchmaschinen erlebt eine Entwicklung, wie wir sie vom Spracherwerb jedes Menschen kennen. Mehrere Phasen werden durchlaufen. Zuerst sind da die ein-Wort-Phrasen, die verstanden und imitiert werden. Es folgt das Verständnis der zwei- und mehr-Wort-Phrasen. Mit ihnen werden Bezüge zwischen Begriffen verstanden, um damit ein in sich vernetztes Wortfeld inhaltlich verstehen zu können.‌ Der Komplexitätsgrad nimmt rasant zu.

Diese Phasen sind in den letzten Jahren bei Suchmaschinen deutlich erkennbar gewesen. Inzwischen sind Google und diverse Wettbewerber in der Lage, einfache Frage-Phrasen in Textinhalten zu verstehen. In der geschriebenen Texteingabe erhält der Suchende jedoch stets nur eine Wiederholung der Frage-Phrase. Noch werden keine Antworten schriftlich wiedergegeben.

Die Fähigkeit, Antworten zu geben, setzen Google, Siri oder Coltrane in der gesprochenen Spracherkennung ein. Sie sind in der Lage, einfache Fragesätze zu erkennen und die richtige Antwort zu liefern. Voraussetzung ist die Verwendung eines einfachen Satzbaus.‌ Sätze wie: "wie wird das Wetter heute?" oder "wie hoch ist der Eiffelturm?" werden zuverlässig richtig beantwortet.‌

Dieser Mechanismus funktioniert aktuell sehr gut bei sehr einfachen Subjekt-Prädikat-Objekt-Konstruktionen oder sehr einfachen Frage-Phrasen, die mit einem Fragepronomen - die klassischen w-Fragen - eingeleitet werden.‌‌ Erkennbar ist, dass die Spracherkennungsprogramme sehr häufig verwendete Satzkonstruktionen beantworten können. Basis ist immer eine sehr umfangreiche Datenbank, die auf die gängigsten Fragen eine Antwort liefern kann. Zudem werden Fragen zu sehr bekannte Entitäten bereits gut per Spracheingabe korrekt beantwortet ("wer ist der Präsident der USA"). Hier greifen die Systeme auf die Lexikon-Daten der Wikipedia zurück.
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Hilft uns diese Erkenntnis bei der Website-Optimierung? Die Antwort lautet "ja". Stellen wir uns auf die zukünftigen Fähigkeiten von Suchmaschinen bzw. gesprochener Spracherkennung ein, wird es immer wichtiger, die Inhalte konkret und verständlich zur Verfügung zu stellen. Hinzu kommt die der inhaltlich logische Aufbau einer Webseite. Jede einzelne Seite eines Web-Auftritts muss eine Funktion haben und dem Webseiten-Besucher vermitteln, was er auf der einzelnen Seite tun soll. Soll etwas gelesen werden? Soll etwas geklickt werden? Oder soll etwas heruntergeladen oder etwas anderes getan werden?‌‌

Je nachdem, was die Handlung auf der Seite sein kann, muss die Handlungsaufforderung klar formuliert sei und der Antwort auf eine denkbare Frage eines potenziellen Webseiten-Besuchers sein.‌ Das betrifft umso mehr Benutzer von Smartphones, die verstärkt die Suchanfrage per gesprochener Spracheingabe nutzen.‌

Bei der Erstellung der einzelnen Seiten eines Webauftritts ist immer zu klären, welche Frage die einzelne Seite beantworten soll und was der Webseiten-Besucher mit der Seite tun soll.‌ Ergeben sich auf dies beiden Fragen keine Antworten, ist die Seite verzichtbar.‌

7 Optimierungstipps auf einen Blick

  • potenzielle Fragen potenzieller Webseiten-Besucher ermitteln
  • darauf achten, dass jede einzelne Seite eines Webauftritts mindestens eine Frage beantwortet
  • darauf achten, dass jede einzelne Seite eines Webauftritts eine Funktion hat (lesen, klicken, etc)
  • Inhalte konkret formulieren (Subjekt - Prädikat - Objekt)
  • Schlüsselwörter verwenden
  • semantische Auszeichnungen verwenden
  • die Schlüsselwörter im Text mithilfe von Synonymen zum Wortfeld ausbauen


 









 
 

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